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Achtsam durch den Sommer

  • Autorenbild: WanderWohl
    WanderWohl
  • 18. Juni
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 19. Juni

Natur beim Wandern mit allen Sinnen erleben

Achtsame Momente im Sommer: Wilde Wiesen mit allen Sinnen genießen

Der Sommer zieht Dich hinaus in die Natur. Licht fällt durch die Bäume, die Luft trägt Harz und Blüten, der Boden ist warm. Alles ist da. Und doch kann auch Dir passieren: Du bist draußen und gehst durch die Natur, aber nimmst sie kaum bewusst wahr. Gedanken sind beim Ziel oder bei der nächsten To Do – und der Moment selbst rückt in den Hintergrund. Achtsam durch den Sommer zu wandern bedeutet deshalb, die Natur wieder mit allen Sinnen zu erleben. Mit einfachen Übungen für unterwegs und Impulsen für mehr Bewusstsein beim draußen Sein und Wandern wollen wir Dir zeigen, wie Du mit Achtsamkeit den Sommer vollkommen genießen kannst.



Die Natur wieder bewusst wahrnehmen


Beim achtsamen Wandern beginnt das eigentliche Erleben: Im Sehen, das wieder tiefer wird. Im Hören, das mehr wahrnimmt als nur Hintergrundgeräusche. Im Fühlen, das den Körper zurück in den Moment holt. Im Riechen, das die unsichtbare Seite der Natur sichtbar macht. Und im Schmecken, das kleine Pausen wieder bewusst werden lässt.


»Du brauchst nur Zeit, die Du Dir selbst schenkst.«


1

Sehen –  Die Natur wirklich wahrnehmen

Wenn die Welt wieder Tiefe bekommt


Der Weg liegt vor Dir – klar und einfach. Und doch beginnt er sich zu verändern, sobald Du langsamer wirst. Ein Moospolster wird zu einer kleinen Landschaft. Eine Baumrinde zu einer Geschichte aus Linien und Brüchen. Licht und Schatten bewegen sich lebhaft über den Boden. Du musst nichts benennen, nur schauen, als würdest du es zum ersten Mal sehen. Und manchmal reicht genau das, damit der Kopf stiller wird.



Wenn wir beginnen, die Natur nicht nur zu durchqueren, sondern wirklich zu sehen, verändert sich unsere Perspektive. Alles wird detailreicher, lebendiger. Hier hilft eine Haltung, die wir oft bei Kindern sehen: neugierig und offen. Nicht »Ich kenne das schon«, sondern »Was entdecke ich hier gerade?« Diese Offenheit verwandelt jede Wanderung in eine Art Naturkunst-Galerie – ohne Ziel, ohne Bewertung, nur im Entdecken.


»Wenn Du bewusst schaust, wird das Bekannte neu.«



Impulse & Übungen

Achtsames Sehen beim Wandern


› Bleib stehen und entdecke 3 Dinge, die Dir vorher nicht aufgefallen sind

› Wechsle den Blick zwischen Details in Nahsicht und Landschaft in Weitblick

› Beobachte 1 Minute nur Farben, Lichtspiele und Strukturen



2

Hören – Die Klangwelt der Natur entdecken

Die Natur ist nie still


Die Natur ist nie wirklich leise, selbst in scheinbar ruhigen Momenten passiert unglaublich viel: Wind bewegt sanft die Blätter. Vögel rufen zwischen den Höhen und Insekten füllen den Sommer mit feinem Zirpen und Brummen. Äste knacken unter Deinen Füßen. Deine Schritte antworten leise auf dem Boden. Und dazwischen Dein eigener Atem, der mitgeht, ohne gefragt zu werden. Vielleicht bemerkst Du nun Geräusche, die vorher völlig im Hintergrund verschwunden waren.


»Wenn Du innehältst und bewusst lauschst, öffnet sich eine neue Ebene der Wahrnehmung – eine stille Weite aus Klang.«




Impulse & Übungen

Achtsames Hören beim Wandern


› Bleib für 1 Minute stehen und schließe Deine Augen

› Versuche fünf verschiedene Geräusche der Natur wahrzunehmen

› Lausche dem Wind und beobachte, wie unterschiedlich er klingt, wenn er durch die Bäume oder Gräser rauscht

› Höre auf deinen eigenen Atem, ohne ihn zu verändern


3

Fühlen – Erdung und Körperwahrnehmung im Gehen

Der Boden als Verbindung zur Natur


Deine Füße lesen den Untergrund meist schon, bevor Du ihn bewusst erlebst – weich, hart, warm, kühl, steinig. Im Sommer wird diese Wahrnehmung intensiver: Der Boden speichert Wärme, die Luft liegt direkt auf der Haut. Wenn Du langsamer wirst, spürst Du diesen Wechsel viel deutlicher. Vielleicht sogar so sehr, dass Du Lust bekommst, ein Stück barfuß zu gehen – über den Waldboden, eine Wiese, warme Steine am Wegesrand oder durch ein kleines Flussbett. So entsteht bewusstes Wandern ganz über den Körper und daraus dieses leise Gefühl von Ankommen – mitten im Gehen.



»Direktes Spüren ist mehr als nur eine Sinneserfahrung – es ist eine Rückverbindung. Mit dem Moment. Mit der Natur. Mit Dir selbst.«


Impulse & Übungen

Bewusstes Gehen im Sommer


› Gehe bewusst langsamer als gewohnt und spüre jeden Schritt unter Deinen Füßen

›Lauf ein Stück barfuß und fühle verschiedene Untergründe

› Lege die Hand auf einen Baum oder Stein und erfühle Beschaffenheit und Temperatur

› Fühle in Dich hinein – Was nimmst Du wahr, ohne es zu verändern?


4

Riechen – Die unsichtbare Landschaft der Natur

Wie der Sommer duftet


Der Duft des Sommer verändert sich ständig: Wohlwollender Harz im warmen Wald, feuchte Erde im Schatten, Gras in der Sonne und Blüten im Wind. Du atmest ein – und plötzlich ist da etwas, das nicht sichtbar ist, aber trotzdem bleibt. Gerüche begleiten uns oft, ohne dass wir ihnen bewusst Aufmerksamkeit schenken. Und doch prägen sie unsere Wahrnehmung stärker, als wir denken. Ein bestimmter Duft kann Erinnerungen wecken oder uns unmittelbar in den gegenwärtigen Moment zurückholen. Vielleicht kennst Du das: Du atmest tief ein und plötzlich ist da etwas Vertrautes – der Kiefernduft erinnert an einen Urlaub in den Bergen. Wiesen an einen Sommertag in Deiner Kindheit.


Achtsame Momente im Sommer erlebst du auch beim Riechen

»Der Geruch ist die unsichtbare Karte der Natur – und manchmal auch der direkteste Weg, um ganz im Augenblick anzukommen.«


Impulse & Übungen

Achtsam den Duft des Sommers wahrnehmen


› Atme bewusst dreimal tief durch die Nase ein, bevor du weitergehst

› Vergleich den Duft in der Sonne und im Schatten

› Nimm wahr, wie sich die Luft nach Wärme, Wind oder Regen verändert


5

Schmecken – Achtsames Essen beim Wandern

Essen als Pause und Rückkehr in den Moment


Beim Wandern ist Essen meist etwas Praktisches. Ein schneller Griff in den Rucksack, ein paar Bissen im Gehen und dann geht es weiter. Doch gerade unterwegs kann eine kleine Mahlzeit oder ein einfacher Snack zu einem Moment der Achtsamkeit werden. Du bemerkst den süßen Geschmack einer Beere, die Frische eines Apfels oder die leichte Salzigkeit von Nüssen viel intensiver. Auch die Temperatur, die Konsistenz und das Gefühl beim Kauen treten stärker in den Vordergrund. So wird Essen nicht nur zur Versorgung des Körpers, sondern zu einer bewussten Rückkehr in den Augenblick. Eine kleine Auszeit, die neue Energie schenkt und die Verbindung zur Natur vertiefen kann.


Achtsam Essen im Sommer und Energie tanken für die Wanderung

»Achtsames Essen wird zu einer kleinen Auszeit,

die neue Energie schenkt und die Verbindung zur Natur vertiefen kann.«



Impulse & Übungen

Achtsames Essen in der Natur


› Spüre bewusst, wie sich Dein erster Biss anfühlt

› Nimm den Geschmack, die Temperatur und Textur wahr

› Verzichte in dem Moment auf Weitergehen oder Dein Handy


6

Alle Sinne zusammen – Wirklich im Moment sein


Wenn alle Sinne offen sind, entsteht manchmal etwas ganz Natürliches: ein stilles Spiel mit der Umgebung. Genau darin kann die besondere Kraft von Achtsamkeit in der Natur liegen: die Umgebung als Ganzes auf sich wirken zu lassen.



Es sind oft genau diese unscheinbaren Momente, die am längsten in Erinnerung bleiben. Nicht der Gipfel, nicht die zurückgelegte Strecke, sondern das Gefühl, für einen Augenblick ganz im Moment gewesen zu sein. Du bist Teil der Landschaft und der Natur.


»Wenn alle Sinne gleichzeitig wach werden,

entsteht oft ein Gefühl von Verbundenheit und Präsenz.«


Impuls

Nature Art – Kleine Kunstwerke am Wegesrand


› Suche nach Farben, Formen und Mustern für dein Naturbild

› Lass dich von den Geräuschen der Umgebung inspirieren, während du gestaltest

› Erkunde die unterschiedlichen Strukturen von Blättern, Steinen, Zapfen oder Moos

› Nimm die Düfte der Materialien wahr, die du verwendest

› Gestalte die Fundstücke zu einem vergänglichen Muster oder Mandala

› Tritt einen Schritt zurück und entdecke Dein Naturbild mit allen Sinnen noch einmal neu



Der achtsame Sommer als bewusste Erfahrung


Der Sommer lädt dazu ein, draußen unterwegs zu sein. Doch oft sind es nicht die zurückgelegten Kilometer, die schönsten Aussichten oder die erreichten Ziele, die in Erinnerung bleiben. Es sind die kleinen Momente dazwischen. Mit offenen Augen, wachen Ohren und allen Sinnen kann selbst ein vertrauter Weg zu einer neuen Erfahrung werden. Vielleicht nimmst du bei Deiner nächsten Wanderung nur einen einzigen Impuls aus diesem Artikel mit. Du bleibst kurz stehen, atmest bewusst ein oder entdeckst etwas, das Dir sonst verborgen geblieben wäre.


Bergbaden für achtsame Wanderungen im Sommer

»Die Natur wartet nicht auf besondere Gelegenheiten.

Sie ist bereits da – mit ihren Farben, Klängen, Düften und kleinen Wundern.

Du musst Dir nur die Zeit nehmen, sie bewusst wahrzunehmen.«



Ein zweiter Sommer für Körper und Geist

Ein letztes Mal WanderRetreat Madeira


Bei WanderWohl glauben wir, dass Wandern mehr sein darf als Bewegung von A nach B. Unsere WanderRetreats laden dazu ein, die Natur bewusst wahrzunehmen, zur Ruhe zu kommen und die Umgebung mit allen Sinnen zu erleben. Madeira bietet dafür einen ganz besonderen Rahmen. Der Duft des Lorbeerwaldes, das Licht über den Bergen, das Rauschen des Atlantiks und die abwechslungsreiche Landschaft schaffen eine Atmosphäre, in der Achtsamkeit fast von selbst entsteht.



Schritt für Schritt rückt der Alltag in den Hintergrund und die Aufmerksamkeit kehrt zurück zu dem, was gerade ist. Vor allem, wenn in Deutschland gerade die November-Tristesse einkehrt, kannst Du einen zweiten Sommer auf der Insel erleben und gestärkt in die kalte Jahreszeit zurückkehren.


Möchtest auch Du barfuß durch das mystische Tal von Fanal laufen?
Dann komm mit uns nach Madeira!


Autorin: Stefanie Bunge

Fotos: WanderWohl | Melanie Többe | Franzi Gottschalk | Stefanie Bunge


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