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Nepal bewusst erleben

  • Autorenbild: WanderWohl
    WanderWohl
  • vor 3 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Eine Reise, die mehr hinterlässt, als nur Erinnerungen

Nepal bewusst bereisen

Nepal war für uns nie wirklich ein Ziel auf unserer Bucketlist. Aber dann erreichte uns eine Anfrage, ob wir nach Nepal möchten... Wir waren von der Vorstellung fasziniert, inmitten der Himalaya-Berge unterwegs zu sein, durch kleine Dörfer zu wandern, buddhistische Klöster zu besuchen und die besondere Energie dieses Landes zu erleben. Je intensiver wir uns mit dem Land im Himalaya beschäftigt haben, desto mehr entstand der Wunsch, bewusst durch Nepal zu reisen. Denn die wahre Besonderheit dieses Landes liegt nicht nur in seiner Landschaft und der gelebten Spiritualität, sondern vor allem in den Menschen, ihrer Herzlichkeit und ihrer Stärke. Und diese Reise sollte vor allem für sie stattfinden.



Ankommen in einem Land voller Gegensätze


Nepal ist ein Land, das man nicht einfach nur bereist – wir wollten eintauchen. Schon die ersten Tage in Kathmandu fühlten sich intensiv an: hupende Motorräder, enge Gassen, der Duft von Weihrauch und Gewürzen in der Luft, kleine Tempel zwischen Wohnhäusern und Menschen, die trotz des scheinbaren Chaos eine unglaubliche Ruhe ausstrahlen. Zwischen alten Backsteinhäusern, bunten Gebetsfahnen und jahrhundertealten Ritualen entstand schnell das Gefühl, dass hier vieles langsamer, bewusster, einfacher und damit näher am Leben ist.



Gemeinsam mit Explore Hub Nepal durften wir Nepal auf eine Weise kennenlernen, die weit über klassischen Tourismus und vielbesuchte Trekkingrouten hinausgeht. Unsere

15-tägige Reise führte uns von den lebendigen Straßen Kathmandus bis tief hinein in die majestätische Bergwelt der Langtang-Region. Dabei ging es nie nur darum, möglichst viele Kilometer zu laufen oder den nächsten Aussichtspunkt zu erreichen. Vielmehr stand die Frage im Mittelpunkt, wie Reisen wieder achtsamer werden kann – langsamer, echter und verbunden mit den Menschen und Orten, denen man begegnet.


»Zwischen den geschäftigen Straßen Kathmandus, stillen Morgen in den Bergen

und gemeinsamen Meditationen entstand genau das, wonach wir mit WanderWohl suchen: bewusste Reisen, die verbinden – mit der Natur, mit anderen Menschen

und auch mit sich selbst.«



Achtsamkeit zwischen Bergen, Tempeln und Begegnungen


Was diese Reise so besonders gemacht hat, war die Verbindung aus Natur, Kultur und echter Begegnung. Morgens in Kathmandu oder in der Stille der Berge zu meditieren, tagsüber Tempel besuchen oder durch kleine Bergdörfer zu wandern und abends gemeinsam Reflexionen zu teilen, hat eine besondere Tiefe entstehen lassen.


Nepal bewusst auf abgelegenen Pfaden entdecken

Gerade in den Bergen Nepals wird vieles leiser. Ohne ständige Ablenkung entstand Raum, Gedanken zuzulassen, innezuhalten und die Natur wirklich zu spüren. Unsere Wanderungen wurden dadurch weniger zu einer sportlichen Herausforderung, sondern vielmehr zu einem achtsamen Unterwegssein. Sie wurden für uns zu einer gemeinsamen, unvergesslichen Erfahrung. Einen großen Beitrag daran hatte unser großartiges nepalesisches Team.



Genauso prägend waren die Begegnungen abseits der Wanderwege. Wir haben Tempel nicht einfach besichtigt, sondern sie als lebendige Orte erlebt – erfüllt vom Klang der Gebetsglocken, vom Duft brennender Räucherstäbchen und von jahrhundertealten Geschichten, die bis heute weitergetragen werden. Besonders berührend war auch der Austausch mit Frauen aus Kirtipur, die uns beim gemeinsamen Kochen ihre traditionellen Gewürze, Familienrezepte und Geschichten näher gebracht haben.



Auch beim Besuch einer Wollfabrik durften wir stolze Frauen erleben, die sich eine Eigenständigkeit erarbeitet haben. Ganz nach dem Motto: Wir machen unser Ding – als Frauen! Am Ende waren auch die Begegnungen mit unseren Guidinnen so toll, weil sie so herzlich, nahbar, witzig, bemüht und selbstbewusst waren.


»Diese Momente haben uns gezeigt, dass Reisen oft dort am tiefsten berührt,

wo echte Begegnungen entstehen – beim gemeinsamen Essen, in Gesprächen

oder in der stillen Atmosphäre eines alten Tempelhofs.«



Nepal bewusst und nachhaltig erleben

Warum diese Reise für WanderWohl mehr war als ein Abenteuer


Für uns als WanderWohl war diese Reise aber auch aus einem anderen Grund besonders wichtig. Von Anfang an war klar, dass wir nicht einfach nur eine weitere Trekkingreise anbieten wollten. Wir wollten eine Reise schaffen, die einen echten Mehrwert hinterlässt – für die Menschen vor Ort, das Team von Explore Hub und für alle Teilnehmenden. Deshalb war die Zusammenarbeit mit dem Ashavadi Project e.V. für uns ein zentraler Bestandteil. Die Organisation unterstützt soziale und nachhaltige Projekte in Nepal, um Frauen zu stärken und das Leben der lokalen Gemeinschaften zu verbessern.


Durch die Reise und die Zusammenarbeit konnten gezielt Frauen in Kathmandu unterstützt werden, die in schwierigen Lebenssituationen stehen. Uns war wichtig, dass Unterstützung nicht abstrakt bleibt, sondern sichtbar und greifbar wird. Genau deshalb haben wir während unserer Zeit in Nepal auch das Nähprojekt besucht, das durch die Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen ermöglicht wird.


Begegnungen, die bleiben

Unser Besuch beim Nähprojekt


Der Besuch im Balkhu-Slum hat uns tief bewegt. Zu Beginn wurde uns gezeigt, wo die Frauen mit ihren Familien leben und die Näherinnen-Ausbildung stattfindet. Für uns war es wirklich hart, die Umstände dort zu erleben. Große Familien leben gemeinsam in kleinsten Behausungen, es gibt Wasch- und Trinkmöglichkeiten, die krank machen und einen Fluss nebenan, der regelmäßig das wenige Hab und Gut überschwemmt. Für die Frauen und Kinder, die dort leben, gehören schlimme Gewalt, fehlende Einkommensquellen und Perspektivlosigkeit zum Alltag.



»Uns wurden viele der Geschichten der Frauen erzählt.

Was das mit uns gemacht hat? Ganz ehrlich, ein Teil von uns wollte gerne wieder wegsehen, weil es so überwältigend war.«


Umso schöner war es für uns, die Frauen zu treffen, die durch das Nähprojekt eine Ausbildung erhalten haben. So haben sie zum ersten Mal die Möglichkeit, finanziell unabhängig zu werden und langfristig eine Perspektive für sich und ihre Familien aufzubauen.



»Besonders berührend war dabei nicht nur die Dankbarkeit, sondern

vor allem der Stolz und die Stärke, die spürbar waren. Im Nachhinein sind wir sehr froh, dass wir diese Realität kennenlernen durften.«


Es wurde deutlich, dass es hier nicht um kurzfristige Hilfe, sondern um echte Chancen und Selbstbestimmung geht. Diese Begegnungen haben unsere Reise nachhaltig geprägt und uns noch einmal gezeigt, wie viel Wirkung bewusstes Reisen haben kann. Und: wie gut wir es doch haben. 


Ein kurzer Blick auf die aktuelle Situation vor Ort


Gleichzeitig wurde uns schmerzlich bewusst, wie fragil viele Lebensumstände in Kathmandu sind. Der Balkhu-Slum, den wir vor kurzem noch besucht haben, wurde komplett abgerissen. Hunderte Familien haben ihr Zuhause von heut auf morgen verloren – ihre Sicherheit, Zugang zu Wasser und ihre Lebensrealität. Da dieses Thema sehr komplex ist, möchten wir an dieser Stelle bewusst nur darauf hinweisen. Mehr Informationen und aktuelle Entwicklungen dazu findest Du auf dem Instagram Kanal des Ashavadi Project.


Was von dieser Reise bleibt


Nepal hat uns verändert. Nicht allein wegen der Energie der höchsten Berge der Welt oder der Schönheit der Landschaft, sondern auch wegen der Menschen, denen wir begegnen durften. Wir haben so viel echte Freundlichkeit erlebt und wurden überall sehr herzlich willkommen. In Nepal ist der Gast wie ein Gott und das haben wir gespürt.

Auch die Menschen, die mit uns auf diese Reise gegangen sind, haben sie zu etwas ganz besonderem gemacht. Nicht nur, weil es alles wundervolle Menschen waren, sondern auch, weil sie diese Reise und dadurch die Unterstützung für das Land überhaupt erst möglich gemacht haben.



»Diese Reise hat uns gezeigt, wie kraftvoll bewusstes Reisen sein kann – wenn Begegnungen wichtiger werden als Sehenswürdigkeiten und wenn aus einer Reise echte Verbindung entsteht.«



Gemeinsam Perspektiven schaffen


Nepal hat uns viel gegeben. Vielleicht können wir gemeinsam auch etwas zurückgeben. Diese Reise hat uns gezeigt, wie viel Stärke in den Frauen vor Ort steckt — und wie wichtig echte Chancen sind. Wenn Du das Ashavadi Project unterstützen möchtest, freuen wir uns von Herzen, wenn Du Teil davon wirst.


Mit Deiner Spende hilfst Du dabei, die aktuelle Situation zu verbessern und Frauen in Kathmandu eine Chance auf eine Ausbildung zu geben, um irgendwann finanziell unabhängiger zu werden und ihnen damit die Chance auf ein selbstbestimmteres Leben zu ermöglichen.


Du möchtest zusammen mit WanderWohl dem Ashavadi Project helfen?


Autorinnen: Stefanie Bunge & Norma Weiberg

Fotos: WanderWohl | Udaya Khadka

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