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WanderRetreat Madeira

  • Autorenbild: Steffka Bunge
    Steffka Bunge
  • 4. Dez. 2025
  • 6 Min. Lesezeit

Zwischen Meditation, Wandern und Gemeinschaft – Ein Erfahrungsbericht

Zusammen auf dem WanderRetreat Madeira

Graue Novembertristesse, haufenweise Regen und Melancholie vom Feinsten. Zeit, die schwere Stimmung, den familiären Alltagswirbel und das Office-Gewusel hinter mir zu lassen. Ich brauche Abstand – und ein kleines Abenteuer nur für mich. Also breche ich allein nach Madeira auf. Im Rucksack: Wanderschuhe, Bikini und eine ordentliche Portion Neugier. Vielleicht auch ein Hauch Unsicherheit, denn es ist eine Gruppenreise und ich kenne niemanden. Gebucht habe ich ein Wander-Retreat mit WanderWohl, bekommen habe ich eine Woche voller Leichtigkeit – und elf wunderbare Weggefährtinnen dazu! Lies hier meinen Erfahrungsbericht über meine Erlebnisse auf dem WanderRetreat Madeira.



Steffka bezwingt die Wanderwege Madeiras

»Es ist lange her, dass ich allein gereist bin. Die Zeit nehme ich mir mit 2 Kindern zu selten. Grund genug, mal nur an mich zu denken und mir Zeit zu nehmen, meinen Kopf voller Orga und Gedanken abzuschalten. Und Zeit, meinem Körper eine Wohltat zu gönnen und mehr in der Natur zu sein.«



Eine Woche Sorgenfreiheit


Unglaublich, dass mich nur knappe fünf Stunden von der portugiesischen Atlantikinsel trennen. Eingemummelt in Mütze und Wintermantel starte ich meine Reise in den Süden und freue mich, die dicke Klamotten gegen Cappi und Shirt einzutauschen. Nach der Taxifahrt hinauf zur Villa wird mir klar: Madeira ist bergig. Sehr sogar. Die wilde Küste der Vulkaninsel geht direkt in eine steil ansteigende, bergige Landschaft über.


Die wilde Küste Madeiras

Hoch über Funchal verbringe ich zusammen mit neun Frauen sowie Anika und Norma von WanderWohl in einer imposanten Villa samt verwunschenen Garten unser gemeinsames Wander-Retreat. Die knarzenden Treppen und Räume füllen wir schnell mit unseren Gelächter und persönlichen Geschichten. Obwohl sich fast keine kennt, schwingt sogleich eine Verbundenheit zwischen uns allen auf und mir wird klar: Einsam werde ich die nächsten Tage nicht sein, dafür aber spannende Gespräche führen. Und während der riesige Garten und das Haus den Rahmen bilden, sind es Körper und Geist, die sich hier entfalten dürfen.



Der Wochenplan von WanderWohl verrät: Meditation, Achtsamkeit, Coachings, gemeinsame Kochabende. Und natürlich dürfen Wanderungen auf einem Wander-Retreat nicht fehlen. Insgeheim frage ich mich, ob mein Wander-Level denn überhaupt zu der Insel passt, wenn ich an die bergige Landschaft denke. Aber jetzt habe ich Zeit, um mich aus meiner Komfortzone zu begeben. Und weil ich Wasser ebenso wie Sonne liebe, freue ich mich auf die Freizeit zwischen unseren Plänen, den Pool-Sessions, Lese-Stunden auf der Terrasse und ein Bummel durch Funchals Gassen gehören für mich einfach dazu.


Kraft Tanken mit Meditation, Achtsamkeit und Anti-Stress Coaching


Fast jeder Tag beginnt mit einer Meditation – wenn mir ehrlicherweise etwas schwer fällt, dann ist es ruhig bleiben und abschalten. Barfuß und etwas nervös mache ich mich am ersten Tag auf den Weg zum Meditationshaus. Draußen höre ich Vogelgezwitscher, die Palmen wanken im Wind. Drinnen Stille. Nur Normas beruhigende Stimme führt uns durch die wundersame Welt der Meditation und Achtsamkeit. Ich versuche derweil still zu sitzen und an nichts zu denken. Mit der Zeit schaffe ich mich ganz auf den Moment zu konzentrieren, schweife kurz ab, lasse den Gedanken zu und versuche wieder im Jetzt zu landen und mich mit meinem Atem abzustimmen. An den Morgen tanke ich hier meine Kraft und kann kaum glauben, wie gut mir die auferlegte Stille tut.



Ebenso kraftspendend ist das Anti-Stress Coaching mit Norma. Als Wohlfühlcoach und Achtsamkeitstrainerin erfahren wir in kleiner Runde von ihr so einiges über Stressoren, tauschen uns über eigene Erfahrungen aus und schauen, was einer jeden von uns hilft, um in stressigen Momenten nicht den Kopf zu verlieren. Meine kleine Liste trage ich seitdem bei mir.


Madeira zu Fuß erleben – Wanderungen durch atemberaubende Landschaften


Entlang der Levadas

Bananenplantagen, das rauschende Meer, Eukalyptuswälder und von Mauern umgebende Häuser rauschen an mir vorbei, als ich meinen Kopf aus dem Fenster des Taxis strecke. Florentino kennt die Insel wie seine Westentasche, das lässt das Tempo unseres Fahrers zumindest vermuten. Neben der Kirche von Lombada halten wir und starten unsere erste Wanderung.


Entlang der Levadas auf Madeira

Vorneweg Anika – als professionelle Wanderführerin wählt sie nicht nur die verschiedenen Touren aus, sondern führt unsere Gruppe auch über die Trails.

Wie laufen entlang der Levadas, die Bewässerungskanäle der Insel. Die schmalen, flachen Wanderwege entlang der Wasserstraßen eröffnen uns wunderschöne Ausblicke auf Madeiras Urwälder, während es um uns herum die ganze Zeit plätschert und tröpfelt – aus den Wolken, von überhängenden Felsen, vom Fluss her und von den Wasserfällen, die uns umgeben – es ist magisch.



Die verwunschene Welt Fanal

Begleitet von Wind und Regen tauchen wir bei unserer zweiten Wanderung in die wundersame Welt Fanals ein. Eine mystische Stimmung umgibt uns sofort, als wir durch den Wald voller knorriger Bäume streifen und das Moos die Stille in einem grünen Mantel umhüllt. Gleich bin ich in Bruchtal, denke ich mir, und werde ins Reich der Elben eintreten.



Am Ende erwartet uns eine Lichtung, verborgen zwischen den nebelverhangenen Bergen und bekannt für ihre uralten Stinklorbeerbäume – hunderte Jahre alte Gebilde, die wie verdrehte Wächter in der Landschaft stehen. Wir sind in Fanal angekommen, laufen achtsam allein durch die Bäume und saugen die Ruhe und die Kraft ein, die die Bäumen versprühen.


Gipfelwanderung in morgendlicher Dunkelheit

Als Frühaufsteherin macht es mir wenig aus, für eine Sonnenaufgangstour schon zeitig auf den Beinen zu sein, doch ein wenig mulmig wird mir bei den Höhenmetern, die wir im Dunkeln erklimmen wollen. Ausgerüstet mit Proviant, Stirnlampe und jeglichen warmen Klamotten erklimmen wir heute einen Teil des Pico Ruivo (1.862 m) und denken vorfreudig an den Sonnenaufgang, der uns auf dem Gipfel erwartet. Durch die Dunkelheit steigen wir in müder Stille Stufe um Stufe höher. Der Nebel wird jeden Meter dichter und mit laut klopfenden Herzen erreichen wir den Gipfel des höchsten Berg Madeiras – eingehüllt in eine graue Wolkendecke.

Gipfelmoment beim Pico Ruivo

Von Sonne (fast) keine Spur, also muss unser Humor herhalten, um für Ausgleich zu sorgen. Der Gedanke, dass auf unserem Programm noch ein Abstecher zum Strand steht, macht die ganze Situation ein wenig unwirklich. Doch langsam kommt die geliebte Sonne auf dem Weg bergab wieder zum Vorschein und wir stehen tatsächlich Stunden später in feinstem Sand und ich springe in die wilden Wellen des Atlantiks.


Entlang der wilden Küste Madeiras

Eine karge, rötliche Felslandschaft ragt vor uns auf. Enge Wege schlängeln sich durch die Landschaft und belohnen uns mit atemberaubenden Panoramen auf das Meer, was gegen die Wände der Steilküste peitscht. Es ist unsere letzte und anspruchvollste Wanderung auf Madeira. Doch es sind nicht die Kilometer oder Höhen, die an meinen Kräften zerren. Es sind meine Sorge und mein fehlender Mut auf den vom Regen etwas aufgeweichten Wegen zu stürzen. Dankbar über Normas und Anikas Hinweise und über die Unterstützung der Gruppe untereinander, vertraue ich auf mich und meine Schuhe!



»Nach 14 km erblicken wir das Küstenörtchen Porto da Cruz. Ich freue mich, meine Wanderschuhe gleich auszuziehen und auf den versprochenen Eiskaffee. Ich bin stolz wie Bolle – auf mich und die Gruppe. Wir haben uns gepusht und es geschafft.

Und eine wunderbare Einsicht breitet sich aus: Ich fühl mich wanderwohl!«


Vegane Geschmackserlebnisse


Kochen liebe ich schon immer – und Gemüse gehört einfach dazu. Obwohl wir zu Hause meist vegetarisch essen, war ich neugierig, was ich von Ernährungscoach Anika über vegane Küche lernen kann. In kleinen Kochteams zaubern wir täglich köstliche Gerichte, schnippeln Paprika, Chayote und alles, was Madeira hergibt, und genießen die Mahlzeiten auf der Terrasse mit Blick auf den Sonnenuntergang über Funchal.



In den Coachings zu Ernährung gehen wir tiefer: Wie gelingt veganes Essen im stressigen Alltag? Wie deckt man Nährstoffe clever ab? Meine anfängliche Skepsis hat sich spätestens da in Luft aufgelöst.


WanderRetreat Madeira: Ich bin dankbar


„Wofür bist du heute dankbar?“ Diese Frage begleitet unsere abendlichen Runden, gemeinsam mit einer wohltuenden Mondmilch. Wir lassen Revue passieren, was unsere Herzen tagsüber berührt hat.


Anika, Steffka und Norma

Ich bin dankbar, dass ich mich getraut habe, mein gewohntes Umfeld für ein paar Tage hinter mir zu lassen. Dankbar, meinen Körper ernst genommen und mich selbst ein Stück weiter kennengelernt zu haben. Dankbar für eine Gruppe Frauen, die denselben Wunsch nach Leichtigkeit, Gelassenheit und Selbstfürsorge teilt. Und ich bin dankbar, nach einer Woche mit WanderWohl erfüllt und mit neuen Freundinnen zurück nach Deutschland zu reisen. Danke Anika und Norma für dieses Sorgenfrei-Deluxe-Erlebnis.




Wann erlaubst du dir eine Pause vom Alltag und erlebst Madeira in all seiner Ruhe und Wildheit?


Fotos: Steffka Bunge | Aileen Neumann

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