Allein auf einem WanderRetreat
- Steffka Bunge

- 2. Okt.
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. Okt.
Mit Fremden reisen und den eigenen Zweifeln im Gepäck

Wer sich auf eine Gruppenreise mit Unbekannten einlässt und allein an einem WanderRetreat teilnimmt, bringt nicht nur Wanderschuhe und Regenjacke, sondern auch ein kleines Päckchen voller Zweifel mit. Fragen wie „Werde ich in der Gruppe Anschluss finden? Bin ich fit genug? Wie wird es sein, mir ein Zimmer mit einer fremden Person zu teilen? Wird mir das vegane Essen schmecken?" gehören wohl bei vielen dazu. Vor allem vor dem WanderRetreat tauchen genau solche Gedanken auf und sie sind allem voran ganz normal – schließlich geht es nicht nur um Urlaub, sondern um eine Mischung aus Wandern, Meditation, Coaching und gemeinsamer Zeit. Das bedeutet: Bewegung, viel Austausch, unbekannte Menschen und gleichzeitig viel Raum für eigene Gedanken – Situationen also, in denen man sich verletzlich oder unsicher fühlt.
Doch die Erfahrung zeigt: Genau diese Unsicherheit ist oft der Türöffner für das, was ein WanderRetreat so besonders macht. Niemand reist perfekt vorbereitet an. Jede Person bringt ihre eigene Geschichte mit, ihre Stärken und auch Unsicherheiten. Darin liegt das Verbindende und ein großer Schatz, wie ich selbst auf Madeira mit 9 fremden Frauen und WanderWohl erfahren habe.
Zweifel vor der Abreise und warum sie dazugehören
Wenn man allein reist, sind die Zweifel oft besonders laut. Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich allein ins Flugzeug Richtung Madeira stieg. Ohne bekannte Begleitung fühlt sich alles unsicherer an: das Packen, das Ankommen am Flughafen, die ersten Gespräche in der Gruppe, das erste Mal die Wanderschuhe schnüren. Mein Zimmer mit einer mir völlig fremden Person zu teilen, machte mich zusätzlich nervös – ob es nun ums Schlafen neben einem unbekannten Menschen geht oder um die Nutzung des gemeinsamen Badezimmers. Da herrschte vorab großes Kopfkino.
Was ich aber schnell gemerkt habe: Fast alle reisen mit ähnlichen Gedanken und Zweifeln an. Niemand kommt perfekt vorbereitet, jeder bringt seine eigene Geschichte und Hoffnung mit. Und genau darin liegt eine Chance: Weil es uns von Anfang an verbindet und weil es uns allen ähnlich geht, ist die Hemmschwelle, sich zu öffnen, erstaunlich niedrig.
»Am Anfang war es ein mulmiges Gefühl, das erste mal ganz allein zu reisen, aber auch voller Vorfreude auf die Insel und die Menschen, die Erfahrungen. Da ich eher introvertiert bin, hatte ich Angst, in der Gruppe nicht so gut anzukommen. Um mich nicht zusätzlich unter Druck zu setzen, habe ich versucht, keine Erwartungen zu haben und alles auf mich zukommen zu lassen. Gleichzeitig war es ein gutes Gefühl, dass WanderWohl alles organisiert hat – auch wenn dadurch Unsicherheit blieb, ob ich die Reise körperlich und mental schaffen würde. Schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass die Gruppe super ist und viele meiner Ängste unbegründet waren. In der Realität war vieles leichter und schöner, als es mein Gedankenkarussell: Die Landschaft war beeindruckender, die Gruppe herzlicher, das Essen besser, und durch die gute Planung konnte ich mich schnell ganz auf mich selbst konzentrieren.«
Fremde treffen und trotzdem verbunden sein
Wie kommt man in Kontakt, wenn man niemanden kennt? Bei meinem WanderRetreat auf Madeira passierte das fast von selbst. Ich habe erlebt, wie schnell Vertrauen entstehen kann, wenn alle offen miteinander teilen, warum sie hier sind und was sie gerade beschäftigt. Wir saßen zusammen, haben unsere Gedanken und Zweifel ausgesprochen, Tränen sind geflossen, es wurde herzlich gelacht. Diese ehrlichen Runden haben von Beginn an eine Nähe geschaffen, die im Alltag selten entsteht. Im Mittelpunkt stand nicht, „eine Rolle“ zu spielen, sondern einfach da zu sein – mit allem, was gerade da war. Das hat die Gruppe stark verbunden.
»Jeder Mensch, den du triffst, trägt einen Rucksack mit Problemen und Ängsten aus seinem Leben mit sich herum. Urteile nicht so schnell über andere. Du hast keine Ahnung, wie schwer ihr Rucksack ist. Schaue selbst, wie du deinen wieder leichter machen kannst.«
Das Besondere: Jede Person hat seine eigenen Themen. Manche reisen wegen Stress im Beruf, andere suchen Zeit für sich selbst oder neue Perspektiven. In diesen offenen Gesprächen wurde deutlich: Ich bin nicht allein mit meinen Themen. Ich bin nicht die einzige mit Zweifeln, mit Stress, Überforderung und gleichsam Wanderlust und Interesse an einer Auszeit vom Alltag.
»In der Unterkunft angekommen, kam es zum Kennenlernen und recht schnell bemerkte ich: das kann eine tolle Woche werden. Von Tag zu Tag, von Meditation zu Meditation, vom täglichen gemeinsamen Kochen, über das Wandern bis hin zu den verschiedenen Coachings – alles war so harmonisch. Als würden wir uns alle schon länger kennen... Wir waren das Team, was sich gesucht und gefunden hat. Wir waren füreinander da.«
WanderRetreat-Alltag: Gemeinsam unterwegs und zusammen beim Kochen
Die Wanderungen sind natürlich ein zentraler Teil des Retreats. Und auf ein neues dreht sich auch hier das Gedankenkarussell. Doch ich habe schnell festgestellt, dass ich nicht die einzige mit wenig Wandererfahrung bin, dass die Sorge vor zu wenig Kraft oder steilen Ansteigen nicht nur mir im Nacken sitzt. Dass wir jedoch alle unterschiedliche Fitnesslevels hatten, spielte keine große Rolle – man findet einen gemeinsamen Rhythmus. Und unterwegs ergeben sich Gespräche wie von selbst - und manchmal ist auch einfach Schweigen genau das Richtige.

»Während des Wanderns haben wir uns gegenseitig motiviert. Ich habe so gelernt, wozu mein Körper fähig ist und dass körperliche Grenzen viel weiter entfernt sind, als ich dachte.«
Neben dem Wandern gehört auch das gemeinsame Leben dazu: Wir haben zusammen gekocht und dabei viel über vegane Ernährung gelernt, morgens gemeinsam gefrühstückt, abends bei Sonnenuntergang auf der Terrasse geschlemmt und in Meditationen zur Ruhe gefunden oder bei den Coachings neue Wege gefunden, unsere Batterien wieder aufzuladen. All diese Routinen und kleinen Rituale von Achtsamkeitsübungen bis hin zu Mondmilch-Abenden haben uns Schritt für Schritt näher zusammengebracht.
Was WanderWohl besonders macht
Damit aus dieser Mischung aus Unsicherheit und Aufregung wirklich eine gute Erfahrung wird, braucht es Struktur, einen klaren Ablauf und gemeinsame Zeit für Rituale und Austausch. Anika und Norma von WanderWohl schaffen genau diesen Rahmen und verbinden in ihren WanderRetreats Bewegung, Coaching und Achtsamkeit auf eine Weise, die es leicht macht, Vertrauen zu fassen und sich einzubringen – auch wenn man allein angereist ist. So kann aus Fremden eine Gemeinschaft werden und sogar Freundschaften über die Zeit hinweg entstehen,

»Ich bin mit einem aufgeregten und vorfreudigen Gefühl gestartet. Für mich war es die perfekte Kombination, das erste Mal allein zu fliegen, aber in einem fremden Land nicht allein zu sein. Vor allem habe ich mich drauf gefreut, neue Menschen mit ähnlichen Interessen kennenzulernen. Dort habe ich gemerkt, dass ich nicht allein bin und dass es vielen ähnlich geht. Es war ein tolles Erlebnis und würde es wieder machen – vor allem mit WanderWohl. Man fühlt sich bei den beiden super gut aufgehoben und geht gestärkt und erholt nach Hause.«
Allein zum WanderRetreat und dabei viel lernen
Ein WanderRetreat ist nicht nur eine Reise in die Natur, sondern auch eine Reise ins Unbekannte. Diese Erfahrungen sind nicht immer bequem, aber sie sind wertvoll. Wer allein reist, muss sich mit verschiedenen Themen auseinandersetzen:
› Selbstständigkeit: Man organisiert Anreise, Gepäck und Abläufe selbst – das stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
› Kontrolle abgeben: Vor Ort läuft vieles gemeinsam – vom Zeitplan bis zum Zimmerteilen. Das kann ungewohnt sein, aber es ist auch eine Chance, sich auf ungewohnte Situationen einzulassen. Gleichzeitig gilt: Niemand muss überall dabei sein. Es ist völlig in Ordnung, sich auch mal zurückzuziehen und nur das mitzunehmen, was sich gerade stimmig anfühlt.
› Offenheit: Neue Menschen, neue Routinen, vielleicht auch ungewohnte Ernährung – Alleinreisen bedeutet, offen für anderes zu sein.
› Grenzen austesten: Bin ich fitter, belastbarer, kommunikativer, als ich dachte? Oft überrascht man sich selbst.
Allein an einem WanderRetreat teilnehmen – Mein Fazit
Ja, ich habe in der Gruppe Anschluss gefunden und ich habe mich ihnen trotz vieler Gedanken geöffnet. Ich habe über meine Zweifel berichtet – und ich war nicht die einzige. Wir alle haben uns geöffnet und damit sind wir sofort einen Weg gemeinsam gegangen – einen Weg zu mehr Selbstvertrauen und mehr Vertrauen in Andere – auch abseits der Wanderwege. Und ja, es war natürlich anfangs komisch, mit einer fremden Frau das Zimmer zu teilen. Doch jeden Abend wurde das Licht später ausgeknipst, wurden die Gespräche intensiver und auch lustiger. Und das vegane Essen? Das Essen war einfach grandios. Gemeinsam zu kochen ist schon an sich eine Freude, weil man sich nochmal bei einer ganz alltäglichen Tätigkeit näher kommt. Doch vor allem dann die gekochten Leckereien den anderen zu präsentieren und gemeinsam zu zelebrieren, den Tag auszuwerten und die Sonne zu verabschieden, bleiben unvergessliche Momente.
Klar ist, ein WanderRetreat beginnt wohl oft mit Zweifeln: über das Alleinreisen, die Gruppe, die eigene Kondition. Ihre Anwesenheit zeigt aber auch, dass Dir Gemeinschaft und Wachstum wichtig sind. Und Schritt für Schritt wird in dieser Woche daraus eine Erfahrung voller Austausch, Mit liebevoller Begleitung durch Anika und Norma, achtsamen Impulsen und authentischem Austausch verwandeln sich Unsicherheiten in Mut, Fremde werden zu Gefährten, wachsen auf Wanderwegen zusammen und das WanderRetreat wird zu einem Meilenstein auf dem Weg zu mehr Selbstvertrauen und Verbundenheit.
Bist Du bereit, Dich Deinen Zweifeln zu stellen und zu erleben, wie aus Fremdem Freunde werden? Dann finde Dein WanderRetreat!
Fotos: WanderWohl | Melanie Többe | Franzi Gottschalk | Aileen Neumann | Svenja Conter
Für mehr Impulse folge uns auf Instagram!



































